Seit 19 Jahren wieder ein Schnatgang in Heeßen.

In Heeßen endlich wiederbelebt: Der seit 19 Jahren in "Vergessenheit" geratene und somit ruhende Schnatgang. Die heutzutage mancherorts wieder aktivierte Grenzbegehung in vielen Gemeinden Hessens, NRW und Niedersachsens, diente in der Vergangenheit als notwendige, behördliche Begehung der Ortsgrenzen, um tatsächliche oder angebliche Grenzverschiebungen festzustellen und Streitigkeiten darüber beizulegen.

Nach Einführung von festen Grenzmarkierungen war im letzen Jahrhundert der Schnatgang eigentlich überflüssig geworden, wurde aber vom Volk gern anderweitig benutzt und zwar als Gelegenheit, ein zünftiges Volksfest anzuschieben. Wie zünftig, zeigt uns diese schriftliche Überlieferung von Wikipedia: "Vielerorts wurde und wird der Schnadegang zum Anlass genommen, Neubürger der Stadt zu „poaläsen“. Dabei wird der zu „Poaläsende“ von einigen Schnadgängern („Schnadloipers“) angehoben und über einen Grenzstein gehalten. Dann wird sein Hinterteil („Ääs“) auf den Stein („Poal“) mehrmals aufgetitscht. Damit soll dem Neubürger der Standort des Grenzsteins nachhaltig bewusst gemacht werden. Gepoaläste Gemeindemitglieder werden Poalbürger(Alteingesessene) genannt. In einigen Städten werden hierbei festgelegte Sprüche oder Worte gerufen. Der Gepoaläste revanchiert sich für die Aufnahme in die Gemeinde mit einer Getränkespende am nächstgelegenen Rastplatz des Schnadegangs."
Diese Exzesse in der Vergangenheit waren teilweise wohl so eklatant, dass die Königliche Regierung z.B. in Arnsberg z.B. Schnatgänge 1841 verboten hat. Die Befragungen über eventuelle grenzüberschreitende Begebenheiten hier im Ort dauert noch an ... :-)

In Heeßen ging es heute jedenfalls gesittet und sehr informatorisch zu, wie wie nachfolgenden Bilder zeigen. Kein Neubürger wurde aufgetitscht, es fanden aich keine anderen Gelage irgendwelcher Art statt. Der nächste Schnatgang kommt bestimmt, und dann über die andere Hälfte der heute nicht "abgeschnateten", bzw. abgegangenen Grenzen der Gemeinde.

Einen lieben Dank an alle, die diese kleine, aber feine, Veranstaltung möglich gemacht haben. Autor C. Bedey
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