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Presseartikel

24.01.2015 - Heeßen. Fünf Monate Bauzeit – vermutlich ab März -

Kanal- und Straßensanierung „Im Siek“: Planer stehen Bürgern ausführlich Rede und Antwort

Weil die Kanäle für Schmutz- und Regenwasser entlang der Straße Im Siek kaputt sind, hilft nur noch die Radikalkur: Alte Rohre raus, neue rein. Das wird nicht nur Kosten im höheren sechsstelligen Bereich verursachen, sondern den Anwohnern dort einige Unbequemlichkeiten bescheren. Was wird auf sie zukommen? Darüber haben Verwaltung und Baufachleute die Bürger am Donnerstagabend im Heeßer Krug ausführlich informiert.

Befahrungen mit einer Videokamera im Frühjahr 2014 haben im Untergrund ein umfangreiches Schadensbild offenbart. Betroffen sind beide Kanalsysteme, also das für Schmutzwasser und das für Regenwasser. Der Zahn der Zeit hat den etwa 35 Jahre alten Röhren ziemlich zugesetzt. Überall gibt es – trotz vorausgegangener Druckspülung – hartnäckige Ablagerungen, die den Abfluss hemmen. Immer wieder klaffen Risse in den Wandungen, mal haarfein, mal fingerdick. Hinzu kommen „Bausünden“ aus der Zeit, als die Rohre verlegt wurden. Damals wurde das Betonrohr einfach mit Hammer und Meißel aufgeschlagen, um einen Hausanschluss anklemmen zu können. Die dabei entstandenen Spalte wurden mitunter einfach durch Hineinstopfen von Plastiktüten „abgedichtet“ – aus heutiger Sicht ein Unding.

Gerade der undichte Schmutzwasserkanal bereitet erhebliche Probleme. Zum einen dringt durch die Risse Regenwasser ein. In der Folge kommt an der Kläranlage viel mehr Wasser an, als dort ankommen dürfte. Andererseits kann auch Schmutzwasser entweichen, im Boden versickern und so letztlich das Grundwasser verschmutzen.

Wie Gunnar Spieß vom Ingenieurbüro Kirchner (Stadthagen) erläuterte, soll der bislang 20 Zentimeter Durchmesser aufweisende Schmutzwasserkanal aus PVC-Rohr auf einer Länge von insgesamt 450 Metern durch wandverstärkte Steinzeugrohre ersetzt werden. Gleichzeitig wird das Rohrsystem vom Fahrbahnrand in die Straßenmitte verlegt. Die Kanäle liegen aufgrund der Hanglage künftig 30 bis 50 Zentimeter tiefer als bisher in einer Tiefe von dann 2,40 bis 3,70 Meter.

Gleichzeitig soll auch der Regenwasserkanal saniert werden, allerdings nicht durch einen Komplettaustausch. An sechs bis sieben Baustellen – an den zuvor ermittelten Schadstellen – werden in einem ersten Schritt die schlimmsten Defekte behoben. Ab etwa 2016 soll das Betonrohr im Inliner-Verfahren von innen auf ganzer Länge abgedichtet werden.

Nach Abschluss der Kanalsanierung wird die neue Fahrbahn errichtet. Dem bisherigen Fahrbahnfundament fehlen mit etwa 50 Zentimetern Dicke zwar zehn Zentimeter, um heutigem Standard zu entsprechen. Aber die alte Deckschicht ist mit 24 Zentimetern so üppig bemessen, dass ein Teil davon als Untergrund der neuen dienen kann. In die Tiefe gearbeitet werden muss allein im Seitenstreifen, wo es lediglich 30 Zentimeter Bautiefe gibt. Der Gehweg wird vom Fasanenweg bis runter zum T-Stück komplett erneuert. Das T-Stück und der Stich zur Bückebergstraße werden nicht saniert.

Zum Zeitplan: Derzeit läuft die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. Die Hoffnung ist, Anfang März mit den Arbeiten beginnen zu können. Die Bauzeit beträgt etwa fünf Monate, die sich etwa zu gleichen Teilen auf den Tiefbau und auf den Fahrbahnbau aufteilt.

Die Anwohner hatten Fragen. Die Fachleute gaben Antworten. Die Reihenhausbebauung südlich des T-Stücks wird über ein separates Kanalsystem entsorgt, das im Rahmen der anstehenden Maßnahme nicht angefasst wird. Das dort verlegte 15-Zentimeter-Rohr soll nach Auskunft von Heinz Wischnat (Geschäftsführer des Abwasserverbands Auetal) noch mit der Kamera untersucht werden. Das Aussparen der Gehwegsanierung im Stich und im T-Stück erfolgt aus Kostengründen. Vorhandene „Wellen“ im Pflaster sollen jedoch begradigt werden.

Anlieger werden ihre Grundstücke mit dem Auto vorübergehend (zumeist ein bis zwei Tage) nicht erreichen können. Die Baufirma ist angehalten, die Betroffenen rechtzeitig darüber informieren. Ein guter Tipp auch in diesem Zusammenhang: Eventuell auftauchende Probleme oder Wünsche können Anlieger vor Ort bei der wöchentlichen Baubesprechung äußern.

Straßen- und Kanalsanierung sind für die Anlieger kostenlos. Aufkommen müssen sie allerdings für Kosten, die für Arbeiten auf ihren Grundstücken anfallen, zum Beispiel, wenn die Hausanschlüsse verändert werden müssen. Was das genau kostet, hängt vom Einzelfall ab. Bei der Sanierung der Schulstraße waren dies brutto mindestens 1500 Euro, aber selten mehr als 2500 Euro.

Auf einen weiteren Punkt wies Torsten Schwarze, bei den Stadtwerken Schaumburg-Lippe für die Netzplanung zuständig, während der Sitzung hin: „Wer darüber nachdenkt, sein Haus ans Gasnetz anzuschließen, für den ist jetzt – die Bagger sind ja bald ohnehin da – auch der richtige Zeitpunkt, zu einer Entscheidung zu kommen.“

Autor: Thomas Meinecke
Quelle: www.landes-zeitung.de